Leben mit der Zuckerkrankheit

Am Gesundheitsdialog Diabetes Mellitus teilnehmen und damit die Lebensqualität erhöhen.

Ziele

  • Wissensvermittlung zum Thema Diabetes
  • Änderung des Ernährung- und Bewegungsverhaltens
  • Entwicklung von Strategien zu einer geänderten Lebensführung
  • Langfristig Erreichen und Halten eines Normalgewichtes
  • Erreichen einer guten Stoffwechsellage
  • Erhalten bzw. Erreichen des Wohlbefindens

Das Therapieangebot

  • Eingangsuntersuchung ( Labor, Blutabnahme, Harnkontrolle, Größen- und Gewichtsmessung, Blutdruck Messung, Sonografie, Ergometrie )
  • Kennenlernen und Teilnahme am Gesundheitsdialog Diabetes mellitus 
  • Gesundheitsvorträge
  • Schulung und Beratung
  • Bewegungstherapie ( Herz-Kreislauftraining, Nordic-Walking, Wassergymnystik, Krafttraining )
  • Bioelektrische-Impedanz-Analyse ( BIA ) Messung und Beurteilung der Körperzusammensetzung
  • Physikalische Therapie ( Elektrotherapie, Inhalationen, Zellenbad, Streckbett ) -nach Indikation und ärztlicher Verordnung
  • Balneologische Therapie ( Massage, Hydromassage, Rotlicht, Fango, medizinisches Bad ) -nach Indikation und ärztlicher Verordnung
  • Schaukochen
  • Ernährungspsychologie
  • Psychologische Begleitung bei Diabetes und Depressionen

Wichtig: Bitte bringen Sie Ihren Diabetikerbedarf für den gesamten Aufenthalt mit (Insulin, BZ- Messgeräte, Nadeln, BZ- Streifen)!!!

Was ist Diabetes?

Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Blutzuckerwerte erhöht sind. Diese liegen normalerweise nüchtern unter 100 mg/dl, und steigen nach einer Mahlzeit nicht über 140 mg/dl an.
Zu einem Ansteigen des Blutzuckers kann es durch einen Mangel an dem blutzuckerregulierenden Hormon Insulin oder durch eine unzureichende Wirksamkeit von  Insulin im Körper kommen.
Man unterscheidet verschiedene Diabetesarten.

Beim Diabetes Typ I werden die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren, durch eine entzündliche Reaktion zerstört, es kommt rasch zu einem massiven Blutzuckeranstieg. Nur durch regelmäßige Zufuhr von Insulin kann eine Stoffwechselentgleisung verhindert werden.
Beim Diabetes Typ II kommt es durch erbliche Faktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel zu einer verminderten Insulinwirkung, der sogenannten Insulinresistenz, damit wird aber schließlich auch die Bauchspeicheldrüse überlastet und auch die Insulinproduktion der Buchspeicheldrüse zunehmend erschöpft. Hier kann man gerade in der frühen Phase den Stoffwechsel durch Gewichtsabnahme, vermehrte Bewegung und Umstellung der Ernährung verbessern.

Daneben gibt es seltene Diabetesarten mit anderen Ursachen, zum Beispiel nach Bauchspeicheldrüsenentzündungen.

Wird der Diabetes nicht behandelt, führen die erhöhten Zuckerwerte zu Ablagerungen in den Blutgefäßen und zu Organschäden, akute Zuckerstoffwechselentgleisungen, wie sie bei Typ-I-Diabetes auftreten, können lebensbedrohlich sein.

Diabetes und Ernährung

Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit) ist eine chronische Stoffwechselstörung, bei der der Blutzucker (Glucose) zu hoch ist. Gründe dafür sind entweder ein Mangel an Insulin oder eine verminderte Wirkung. Insulin ist ein körpereigenes Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und den Blutzucker senkt.

  • Typ 1 Diabetes = Insulin abhängiger Diabetes mellitus: Absoluter Insulinmangel, im jungen Alter, meist normalgewichtig, Insulintherapie
  • Typ 2 Diabetes = Insulin unabhängiger Diabetes mellitus: im höheren Alter, meist übergewichtig, Therapie mit oralen Antidiabetika, erblich, Folge von ungesundem Lebensstil (falsche Ernährung verbunden mit Bewegungsmangel)

Eine gesunde Lebensweise, sprich die richtige Ernährung und Bewegung, beeinflussen den Blutzucker, den HbA1c, die Blutfette, den Blutdruck, das Körpergewicht sowie die Fettverteilung im Körper positiv.
Eine abwechslungsreiche, vielseitige Mischkost ist die Basisernährung für Diabetiker, die zuckerarm und fettreduziert sein sollte.

  • regelmäßige Mahlzeiten (3 Mahlzeiten am Tag, vor allem wenn eine Gewichtsreduktion erforderlich ist – abhängig von der Therapie)
  • regelmäßig Bewegung
  • mindestens 2 Liter energiearme Flüssigkeit pro Tag (Wasser, Mineralwasser, ungezuckerter Tee)
  • 5 x am Tag (3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst pro Tag)
  • Reichlich Getreideprodukte (Nudeln, Reis, Brot, Kartoffeln)
  • Vollkornprodukte bevorzugen (längere Sättigung, bessere Blutzuckerwerte)
  • fettarme Milch und Milchprodukte (Joghurt, Topfen, Käse)
  • auf versteckte Fette achten (Fleisch, Wurtwaren, fette Backwaren, fertige Aufstriche, Fertigprodukte)
  • maximal 2-3 Eier pro Woche
  • 2-3 Portionen Fleisch und Wurstwaren pro Woche
  • mindestens 1 mal pro Woche Fisch
  • fettarme Zubreitung (düsten, dämpfen, braten)
  • zum Kochen hochwertige Pflanzenöle verwenden (Rapsöl, Olivenöl)
  • als Streichfett Butter oder Margarine in geringen Mengen

Bewegung hilft dem Stoffwechsel!

Wer sich bewegt, ist gesünder.

Und deshalb ist regelmäßige körperliche Aktivität eine der wichtigsten therapeutischen Maßnahmen bei Diabetes mellitus. Ob Sie Wandern, Nordic Walking betreiben, Radfahren oder Schwimmen – immer verbessert Bewegung die Wirkung des Insulins in den Leber-, Fett- und Muskelzellen.

Die Muskelarbeit wiederum kurbelt den gesamten Stoffwechsel an. Das ist wichtig, weil dadurch die Aufnahme und Verwertung von Glucose (Blutzucker) und Fettsäuren in den Muskeln erhöht werden.
Übrigens: Auch Spazieren gehen bringt schon einen großen Nutzen!

Wir haben speziell für Diabetikerinnen und Diabetiker Bewegungsempfehlungen zusammen gestellt.

Fordern Sie diese in Ihrer GE Breitenstein an und werden Sie gesünder!

Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Diabetes & Stress?

1. Stress als Risikofaktor bei Diabetes Typ II

Bei Stress kommt es zur Ausschüttung eines Stresshormons im Gehirn (Cortisol), das Einfluss auf den Blutzuckerspiegel ausübt. Zu Stressreaktionen kann es durch unterschiedliche Belastungen kommen. Zeitdruck und Überlastung können dabei beispielsweise ebenso wie emotionale Belastungen, Krankheit oder Lärm Stressoren darstellen. Alltagsbelastungen entstehen häufig auch in privaten oder beruflichen Beziehungen. In der diabetespsychologischen Schulung lernen sie den eigenen Stress besser verstehen. Darauf aufbauend werden Stressmanagementstrategien erarbeitet.

2. Stress als Folge der hohen Anforderungen durch die Diabetestherapie

Wir bieten daher auch Unterstützung bei folgenden Themen an:

  • Begleitung bei der Krankheitsverarbeitung, Verbesserung der Krankheitsakzeptanz
  • Umgang mit Problemen am Arbeitsplatz, in der Familie, im Freundeskreis oder in der Öffentlichkeit
  • Möglichkeiten der Regulation bei Niedergeschlagenheit, Ängsten, Reizbarkeit, etc.
  • Orientierung und Therapieplanung bei Depressionen
  • Gewichtsproblemen
  • Umgang mit drohenden oder bereits eingetretenen Folgeerkrankungen